Steuerklassenwechsel
Für wen sich der Wechsel lohnt

Diese Videos stellen keine individuelle Beratung dar. Sie dienen der allgemeinen Information und sollen aufzeigen, was steuerlich möglich, aber auch was nicht möglich ist. Bitte beachten Sie, dass sich die gesetzlichen Regelungen inzwischen geändert haben könnten .



Das sind die Eheleute Sommer. Sie sind seit zwei Jahren verheiratet und haben beide die Steuerklasse 4. Ein Steuerklassenwechsel kann für viele Ehepaare in Deutschland von großem Vorteil sein. Insbesondere wenn sich die Einkommensverhältnisse ändern, kann eine Anpassung der Steuerklasse helfen, das Nettoeinkommen zu optimieren. Auch das Ehepaar Sommer denkt deshalb über einen Wechsel nach, um von den möglichen Vorteilen zu profitieren.

In Deutschland gibt es sechs Steuerklassen, die unterschiedliche Steuerabzüge für Arbeitnehmer vorsehen. Ehepaare können zwischen den Steuerklassenkombinationen 3 und 5, 4 und 4 oder 4 und 4 mit Faktor wählen. Die Wahl der richtigen Kombination kann sich auf das monatliche Nettoeinkommen und die jährliche Steuererstattung auswirken. Grundsätzlich haben nur Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner die Möglichkeit, ihre Steuerklasse zu wählen und aktiv zu wechseln. Ledige haben so gut wie keinen Spielraum bei der Wahl der Steuerklasse. Sie werden vom Finanzamt automatisch der Steuerklasse 1 oder 2 zugeordnet, bis sich der Familienstand ändert.

Der eine Ehepartner verdient als Lehrerin 3500 € brutto im Monat und der andere Ehepartner verdient als Ingenieur 5500 € brutto im Monat. Sie wurden bisher mit der Steuerklassenkombination 4 und 4 veranlagt, da sie diese nach ihrer Heirat automatisch zugewiesen bekommen haben. Dabei wird bei beiden Ehepartnern ein ähnlicher Steuerbetrag abgezogen. Im Laufe des Jahres stellt das Ehepaar Sommer fest, dass sie durch einen Steuerklassenwechsel mehr Netto vom Brutto haben könnten. Sie überlegen daher, auf die Kombination 3 und 5 zu wechseln, bei der der besserverdienende Hauptverdiener die Steuerklasse 3 und die geringer verdienende Partnerin die Steuerklasse 5 wählt. Damit sind die Eheleute Sommer dann aber auch zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet.

Bei der Kombination 3 und 5 zahlt der Hauptverdiener mit der Steuerklasse 3 weniger Steuern auf sein Einkommen, während die Partnerin mit der Steuerklasse 5 mehr Steuern abgezogen bekommt. Da er jedoch der Hauptverdiener ist, erhöht sich das gemeinsame Nettoeinkommen des Paares. Dies kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn ein Ehepartner deutlich mehr verdient als der andere. Die Familie Sommer erwartet im Dezember eine Gehaltserhöhung für den Hauptverdiener. Durch den Wechsel in die Steuerklasse 3 könnte dieser bereits mehr Netto im Monat erhalten, was die finanzielle Flexibilität der Familie erhöht.

Die Eheleute planen in den nächsten Jahren Nachwuchs, wobei die Partnerin nach der Geburt zu Hause bleiben möchte, um sich um das gemeinsame Kind zu kümmern. Die Höhe des Elterngeldes richtet sich immer nach dem Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate. Das heißt: Wer viel verdient hat, bekommt auch mehr Elterngeld.

Für verheiratete oder verpartnerte Paare kann es sich daher lohnen, das klassische Modell des Ehegattensplittings vorab umzukehren. In diesem Fall würde die Partnerin, die weniger verdient, die Lohnsteuerklasse 3 wählen. Dadurch erhöht sie ihr Nettoeinkommen und damit auch das später ausgezahlte Elterngeld. Der Hauptverdiener hingegen müsste die Steuerklasse 5 wählen, was zu einer höheren Steuerbelastung führt.

Oftmals wird es als ungerecht empfunden, dass bei der Steuerklassenkombination 3 und 5 der weniger verdienende Ehepartner mit der Steuerklasse 5 eine noch höhere Lohnsteuer als bei der Steuerklasse 4 zahlt. Bei der Steuerklasse 4 mit Faktor wird versucht, die Steuerlast gerechter zwischen den Eheleuten aufzuteilen.

Bis 2020 konnten Ehepaare und Lebenspartner ihre Steuerklassenkombination nur einmal im Jahr wechseln. Nur in wenigen Ausnahmefällen bei Tod, Trennung oder Arbeitslosigkeit war ein zweiter Wechsel möglich. Jetzt können Verheiratete und Lebenspartner ihre Lohnsteuerklassen mehrmals im Jahr wechseln.

Ein Steuerklassenwechsel kann sich für Ehepaare wie die Sommers vor allem dann lohnen, wenn sich die Einkommensverhältnisse ändern. Durch die richtige Wahl kann das monatliche Nettoeinkommen optimiert und der finanzielle Spielraum erweitert werden. Die Steuerklassen dienen prinzipiell nur der Vorabbesteuerung und haben im Rahmen einer späteren Einkommensteuerveranlagung keine Auswirkungen mehr. Wichtig ist jedoch, sich gut zu informieren und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die beste Entscheidung zu treffen.

Beachten Sie, dass dieses Video lediglich eine allgemeine Übersicht zu dem Thema bietet. Haben Sie Interesse am Thema Steuerklassenwechsel? Dann kontaktieren Sie uns, wir nehmen uns gerne Zeit für eine individuelle Beratung.



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