Aktivrente
Arbeiten im Rentenalter

Diese Videos stellen keine individuelle Beratung dar. Sie dienen der allgemeinen Information und sollen aufzeigen, was steuerlich möglich, aber auch was nicht möglich ist. Bitte beachten Sie, dass sich die gesetzlichen Regelungen inzwischen geändert haben könnten .



Ein Paar wird in Kürze in den Ruhestand gehen. Während der angehende Rentner die freie Zeit ohne Verpflichtungen genießen möchte, denkt die angehende Rentnerin darüber nach, weiterhin stundenweise zu arbeiten. Zum Beispiel im Gartencenter oder als Aushilfe im Buchladen. Nicht wegen des Geldes, sondern weil ihr der Kontakt zu Menschen fehlt und sie sich noch fit und gebraucht fühlt. Doch sie fragt sich: lohnt sich das überhaupt?

Schließlich waren Zuverdienste im Ruhestand bisher oft steuerpflichtig. Dann hört sie von einem neuen Konzept – der sogenannten Aktivrente. Sie will wissen, ob sich das für sie lohnen könnte.

Was ist die Aktivrente?

Die Aktivrente ist ein Modell, das das freiwillige Weiterarbeiten im Rentenalter finanziell attraktiver machen soll. Der Kern des Konzepts: Wer bereits Rente bezieht, soll künftig bis zu 2.000 € im Monat steuerfrei dazuverdienen können. Zusätzlich zur regulären Altersrente.

Für die angehende Rentnerin heißt das: verdient sie beispielsweise 800 € im Monat dazu, darf sie diesen Betrag vollständig behalten, ohne Abzüge durch Lohnsteuer. Auch bei höheren Einkünften bis zur 2.000-Euro-Grenze bleibt der Zuverdienst komplett steuerfrei. Allerdings werden vom Brutto-Arbeitslohn die Arbeitnehmeranteile zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen.

Bisher lohnte sich eine Nebentätigkeit im Alter für viele nicht, da die steuerlichen Belastungen zu hoch waren. Mit der Aktivrente würde sich das ändern. Eine Aktivrente zielt auf den Verdienst ab, der nicht durch ein Minijob-Arbeitsverhältnis entstanden ist. Deshalb kann ein Minijob zusätzlich zur Aktivrente ausgeübt werden.

Ziel der Aktivrente

Die neue Regelung zielt darauf ab, ältere Menschen freiwillig länger im Berufsleben zu halten, ohne das Renteneintrittsalter anzuheben. Denn der Arbeitsmarkt braucht dringend erfahrene Fachkräfte, insbesondere in Bereichen wie Handwerk, Bildung oder Pflege.

Zugleich soll die Maßnahme helfen, das Rentensystem langfristig zu entlasten. Wichtig ist: die Aktivrente ist kein Muss, sondern ein freiwilliges Angebot. Wer seinen Ruhestand einfach genießen möchte, für den ändert sich nichts. Für andere hingegen kann die Aktivrente ein echter Gewinn sein. Mehr finanzielle Freiheit und mehr Selbstbestimmung.

Ab wann gilt die neue Regelung?

Zum 1. Januar 2026 können Personen, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze Arbeitslohn für eine aktive Beschäftigung beziehen, bundesweit von den neuen Steuerfreibeträgen profitieren.

Entscheidend ist nicht, ob tatsächlich bereits eine Altersrente oder andere Alterseinkünfte bezogen werden. Auch der Arbeitgeber muss keinen Rentenbezug prüfen. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist vielmehr, dass für den Arbeitslohn weiterhin Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung anfallen. Diese sozialversicherungsrechtliche Einbindung ist die zentrale Voraussetzung, um von der Aktivrente profitieren zu können. Für die angehende Rentnerin bedeutet das: wenn sie sich entscheidet, neben ihrer Rente zu arbeiten, darf sie künftig mehr Netto vom Brutto behalten. Selbst kleine Nebenjobs lohnen sich dann deutlich mehr.

Was sagen die Kritiker?

Trotz der Vorteile ist das Konzept umstritten. Kritiker warnen vor sogenannten Mitnahmeeffekten. Viele könnten von der Steuerfreiheit profitieren, obwohl sie ohnehin weiter gearbeitet hätten. Das könnte den Staat Milliarden an Steuereinnahmen kosten. Der Gesetzgeber hat dem vorgebeugt, in dem die Regelungen zur Aktivrente erst mit dem Erreichen des Regelrentenalters gelten sollen.

Auch der soziale Aspekt wird diskutiert. Denn von der Regelung profitieren vor allem gesunde Menschen mit guter Bildung und Zugang zu angenehmen Nebenjobs. Menschen mit körperlich anstrengenden Berufen oder gesundheitlichen Einschränkungen haben oft keine realistische Möglichkeit, länger zu arbeiten – und gehen leer aus. Der angehende Rentner fragt sich daher: ist das gerecht? Die angehende Rentnerin hingegen sieht vor allem die Chance, ihren Ruhestand aktiv zu gestalten und dabei finanziell besser dazustehen.

Fazit

Die Aktivrente soll das Arbeiten im Ruhestand steuerlich belohnen. Sie sieht einen monatlichen Freibetrag von bis zu 2.000 € zusätzlich zur Altersrente vor. Für Menschen wie die angehende Rentnerin ist das ein echter Anreiz, aktiv zu bleiben und ihre Erfahrung weiterhin einzubringen, ohne dass der Nebenverdienst durch Steuern aufgefressen wird. Für den angehende Rentner, der sich bewusst gegen eine Weiterbeschäftigung entscheidet, ändert sich nichts. Denn die Regelung ist freiwillig.

Wie sich das Modell langfristig auf den Arbeitsmarkt und das Rentensystem auswirkt, bleibt abzuwarten. Doch schon jetzt ist klar: die Aktivrente schafft mehr Flexibilität für den Ruhestand und kann für viele eine lohnende Verbindung von Arbeit und Rente sein.

Beachten Sie, dass dieses Video lediglich eine allgemeine Übersicht zu dem Thema bietet. Haben Sie Interesse am Thema Aktivrente? Dann kontaktieren Sie uns, wir nehmen uns gerne Zeit für eine individuelle Beratung.



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